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Unsere Gegenwart und Zukunft - Familien, Kinder Jugend: Themenschwerpunkt in der neuen Ausgabe von dialog

Familien sind die Keimzelle der Gesellschaft, so heißt es. Über Familienpolitik wird gestritten, Kinder sind ein Armutsrisiko, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein Dauerthema. Unser Pfarrverband will Unterstützung geben für die Gestaltung des Zusammenlebens in der Familie. Dafür gibt es eine Vielfalt an Angeboten.

 

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Familien sind die Keimzelle der Gesellschaft, so heißt es. Über Familienpolitik wird gestritten, Kinder sind ein Armutsrisiko, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein bleibendes Thema – die Liste ist nicht vollständig. Kindertagesstätten werden eingerichtet, es gibt aber nicht ausreichend Personal. Auch Jugendliche werden gefordert, Auszubildende und in der Folge Fachkräfte fehlen. Diese kurze Aufzählung zeigt, welche Bedeutung Familien für die gesamte Gesellschaft haben.

Nun ist es nicht so, dass es für Familien nichts als Probleme gibt. Es wird weiterhin geheiratet, Kinder werden von verheirateten und unverheirateten Paaren liebevoll angenommen und erzogen. Den Kindern soll ein guter Start ins Leben ermöglicht werden. Allerdings fehlt etlichen Familien ein unterstützendes Umfeld, weil Großeltern und Verwandte weit weg wohnen. Immer schon waren Familien, Kinder und Jugendliche im Blickfeld der Gemeinden. Kindertagesstätten, Gottesdienste für Kinder und Jugendliche, Kinder- und Jugendgruppen, Familienberatung, Eheberatung (übergemeindlich), Freizeitangebote und weitere Angebote gehören schon lange zum Repertoire kirchlicher Arbeit.

Kindern Orientierung geben

Wir leben in einer Zeit gesellschaftlichen Wandels. Dies wirkt sich auch unmittelbar auf die Familien aus. Die Kinder sollen möglichst perfekt sein. Wenn die Schulnoten als ungerecht empfunden werden, wird der Lehrer angegangen und der Anwalt eingeschaltet. Die Nutzung digitaler Medien und damit verbundene Freizeit ist selbstverständlich geworden. Alles in allem ist es zunehmend schwierig, Kindern und Jugendlichen Orientierung zu geben, zumal auch die kirchliche Bindung der Elterngeneration nicht selbstverständlich ist.

Nach wie vor tragen Familien zur Lebendigkeit der Gemeinde und der gesamten Kirche bei. Ihnen Unterstützung für die Gestaltung ihres Zusammenlebens zu geben und den christlichen Glauben und seine Werte als Kraftquelle und Lebenshilfe zu entdecken, ist ein anspruchsvolles Programm. Die bisherigen Angebote wie etwa ganze Kindebibelwochen, erreichen Kinder, Jugendliche und Familien kaum noch. In den Schulen gibt es zunehmend Ganztagsunterricht. In einer großen Zahl von Familien sind beide Eltern berufstätig. Das Familienleben findet weitgehend am Wochenende statt. Manchmal müssen auch Angehörige gepflegt werden. Mit Sensibilität für diese Situation müssen die Bedürfnisse von Kindern, Jugendlichen und Familien wahrgenommen und die Angebote darauf abgestimmt werden.

Einzelne Gemeinden können qualitätsvolle Angebote kaum noch alleine stemmen. Es bietet sich im Pfarrverband daher an, die Aufgabe der Familienpastoral arbeitsteilig anzugehen. Koordinatorin für diesen Bereich ist Gemeindereferentin Isabel Scheidl-Martins, Ansprechpartnerin in der Gemeinde Namen Jesu. Natürlich gibt es Überschneidungen mit anderen Arbeitsbereichen. Dazu zählen die Kindertagesstätten, die besondere Angebote haben. Die Erstkommunionvorbereitung findet nach wie vor in den Pfarreien statt, die Firmvorbereitung dagegen auf Pfarrverbandsebene. Die Jugendarbeit wird von der Jugendstelle des Dekanats unterstützt. Für MinistrantInnen, für die Erstkommunion- und Firmvorbereitung und für die Jugendarbeit gibt es eigene Verantwortliche in unserem Pfarrverband.

Familienangebote im Pfarrverband

Die Familienangebote werden im Pfarrverband von den Ansprechpartnern der Pfarreien koordiniert und zum Teil gemeinsam mit den Eltern entwickelt. Die Pfarreien haben eigene Traditionen, die in das Programm eingehen. So gab es in Namen Jesu schon seit vielen Jahren im Sommer ein Kinderwochenende, das gibt es jetzt als Familienwochenende im Pfarrverband. Aus den früher in den Pfarreien durchgeführten Kinderbibeltagen sind Kinderbibelnächte für Kinder der 2. bis zur 5. Klasse geworden. Sie stehen Kindern im gesamten Pfarrverband offen und sind sehr beliebt. Die Pfarrei St. Ulrich steuert das Vater-Kind-Zelten zum Programm des Pfarrverbands bei.

Gottesdienste für Familien

In allen vier Pfarreien werden Gottesdienste für Kinder und Familien angeboten. Ein bunter Flyer mit allen Terminen wird zweimal im Jahr im März und im September herausgegeben. Es ist schön anzusehen, wie gut die Gottesdienste angenommen werden.

Zum Programm der kirchlichen Familienarbeit gehören auch offene Angebote, die für Kinder und Familien gestaltet werden. Sie sind für alle familiären Lebensformen, ob Paare mit und ohne Trauschein oder für Alleinerziehende gedacht; es wird nicht gewertet. Gemeinsam Zeit verbringen, einander kennenlernen, Kontakte knüpfen, ins Gespräch kommen, spielen und Spaß haben und auch einiges Neue erfahren – das kann man an diesen Familienwochenenden.

Einmal im Jahr zu Beginn des Schuljahres erscheint ein Flyer mit diesen offenen Angeboten. Es gibt noch mehr niederschwellige Angebote. So wird seit einigen Jahren das Sommerfest der Pfarrei Namen Jesu gemeinsam mit der Kindertageseinrichtung gefeiert. Kindertageseinrichtung und Gemeinde gehören zusammen, man kann sich kennenlernen und das Fest in guter Erinnerung behalten. Die Situation der Kirche in den Pfarreien und Pfarrverbänden ist auch eine Herausforderung. Wie in der Politik heißt es, geduldig dicke Bretter zu bohren und zu hoffen, dass es etwas bringt. Wenn das „wir sind da“ verstanden wird, ist schon viel gewonnen.

(Isabel Scheidl-Martins, Reinhilde Lohmöller)

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