Pfarrer Georg Rieger, Leiter des Pfarrverbands Laim - © PV Laim


Liebe Leserinnen und Leser!

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Erinnern Sie sich? „Über den Wolken, muss die Freiheit wohl grenzenlos sein. Alle Ängste, alle Sorgen, sagt man, blieben darunter verborgen und dann würde, was hier groß und wichtig erscheint, plötzlich nichtig und klein.“

 

Reinhard May hat 1974 diese, mittlerweile zum Evergreen gewordene Ballade verfasst und gesungen. Und noch heute gehört sie zum festen Bestandteil des Liedgutes in unserm Land. Aber muss man sich nicht fragen… Wird da etwa das Fliegen gepriesen? Sind da etwa Bedenken gegen den hohen Kohlendioxid-Ausstoß von Fluggeräten außer Acht gelassen? Ist mit den Wolken, die ja eigentlich (englisch) „sky“ meinen, etwas eine angedeutete Form von „heaven“ (englisch für religiös verstanden Himmel) gemeint?

Seit den mittlerweile weltweit verbreiteten Children-for-climate-Demos an Freitagen stellen sich mir die Fragen: „WER RETTET DIE WELT?“ und „IST DIE WELT NOCH ZU RETTEN?“ Dass Sie mich recht verstehen … ich verharmlose den prekären Zustand unseres blauen Planeten nicht. Ihm wird übel mitgespielt. Doch glauben die Jugendlichen und auch ihre erwachsenen Unterstützer*innen wirklich, dass s i e die Welt retten können, mit wiederum irdischen Mitteln??

Über den Wolken hat die christliche Ikonografie den verortet, der dort thront: statisch, felsenfest und in gewisser Weise auch selbstherrlich. Ja, so hat man sich jahrhundertelang Gott-Vater vorgestellt. Ich glaube, dass er „sky“ und „heaven“ gewollt und gemacht hat und Erd´ und Himmel in seiner Hand hält. Vielleicht bedarf es neben dem Umweltbewusstsein auch und noch eines wieder erstarkenden Gottesbewusstseins? – nicht nur an Freitagen.

Gesegnete Pfingsttage
Ihr Pfarrer Georg Rieger

 

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