Die Geschichte des Pfarrverbands Laim

Im Herbst 2008, zeitgleich mit der Einberufung des Zukunftsforums, veröffentlichte das Erzbischöfliche Ordinariat den Entwurf eines Strukturplans 2020, verbunden mit der Aufforderung an die betroffenen Gemeinden, zu diesem Entwurf Stellungnahmen abzugeben.

Für die vier Pfarreien St. Ulrich, Zu den heiligen Zwölf Aposteln, St. Philippus und Namen Jesu ergaben sich einige Schwierigkeiten. Nach dem Entwurf sollten die Gemeinden Zwölf Apostel und St. Philippus sowie St. Ulrich und Namen Jesu je einen Pfarrverband bilden. Namen Jesu sollte die Gemeindeteile südlich der Lindauer Autobahn an St. Ignatius bzw. an St. Heinrich abgeben. Dies wäre einer Halbierung des Gemeindegebiets gleichgekommen und hätte längerfristig das Überleben der Pfarrei in Frage gestellt. Nach Turbulenzen konnte die Teilung durch einen Beschluss der Kirchenverwaltung verhindert werden.

Auch die "Paarungen" stießen auf Widerspruch: St. Ulrich wäre lieber mit Zwölf Apostel gegangen, St. Philippus nach Bestätigung der bestehenden Pfarreigrenzen mit Namen Jesu - da bestand Gegenseitigkeit, Zwölf Apostel wollte mit St. Philippus einen Verband bilden. Eine Patt-Situation war entstanden. Es war aber Eile geboten, denn die Stellungnahmen zum Strukturplan sollten über die Dekane noch 2008 im Ordinariat eingehen.

Bei eingehenden Beratungen der Gemeindeleiter und der VertreterInnen der Gremien kam die Idee auf: "Warum nicht gleich ein Viererverband?". Diese Idee erinnerte an das Zerschlagen des Gordischen Knotens und stieß keineswegs auf sofortige Zustimmung, sondern begründete heiße Diskussionen in den Gremien, in den Gemeinden und bei den SeelsorgerInnen.

Das Ordinariat war an der Suche nach einer Lösung beteiligt. Immer wieder wurden gute Argumente Pro und Contra ausgetauscht. Schließlich machte Pfarrer Willi Huber von St. Ulrich den Vorschlag, einen externen Mediator einzuschalten.

 

Der "Geist von Fürstenried"

Eine Entscheidung musste nun endlich getroffen werden. Am 31. Oktober 2009 versammelten sich die Seelsorger und Seelsorgerinnen, die Mitglieder der Kirchenverwaltungen und der Pfarrgemeinderäte, Regionalpfarrer Dirnberger als Vertreter des Ordinariats sowie der Mediator, Dr. Schmidt im Schloss Fürstenried.

Es gab eine ausgiebige und sehr ernsthafte Diskussion, in der alle Aspekte und jedes Für und Wider der möglichen Lösungen noch einmal abgewogen wurden. Für den Fall einer Zustimmung zum Viererverband gab Regionalpfarrer Dirnberger Zusicherungen des Ordinariats bekannt: Da es sich um einen sehr großen Verband (ca. 19.000 Katholiken) in der Großstadt München handeln würde, soll er als Pilotprojekt aufgebaut werden. Er soll 3 Priester und 4,5 pastorale Mitarbeiter erhalten, sein Entstehen soll durch die Gemeindeberatung begleitet werden.

Die Vertreter der vier Pfarreien berieten sich noch einmal getrennt. In der anschließenden Abstimmung entschied sich eine große Mehrheit für den Viererverband. Eine freudig gelöste, fast euphorische Stimmung breitete sich aus und gelegentlich wurde in der Folgezeit der "Geist von Fürstenried" zitiert.  (Reinhilde Lohmöller)

Das Franziskusprojekt

"Sie, die Kirche ist aufgerufen, aus sich selbst herauszugehen und an die Ränder zu gehen. Nicht nur an die geografischen Ränder, sondern an die Grenzen der menschlichen Existenz: die des Mysteriums der Sünde, die des Schmerzes, die der Ungerechtigkeit, die der Ignoranz, die der fehlenden religiösen Praxis, die des Denkens, die jeglichen Elends." (Papst Franziskus)

Das Team des Franziskusprojektes nahm 2015 diese Ränder mitten in unserem Stadtteil Laim, mitten in unserem Alltag wahr. Es ging aus unseren Kirchenräumen heraus und in den Stadtteil Laim hinein. 

ICH BIN DA

2000 Steine mit der Zusage ICH BIN DA haben Passanten im Herbst 2015 aus Bäckereien, Restaurants, Arztpraxen, Konditoreien und in der Stadtbibliothek Laim mitgenommen.

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donnerstagsumvier

2017 startete das Team des Franziskusprojekts ein zweites Projekt: Eine Stunde, immer donnerstags um vier, wollte es Menschen motivieren, bewusst nach der Erkenntnis von Meister Eckart zu leben. Nach dem Motto: Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart. Der bedeutendste Mensch ist der, der Dir gerade gegenüber sitzt. Das Notwendigste ist immer die Liebe.

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Die Geschichte des Pfarrverbands

Im Herbst 2008, zeitgleich mit der Einberufung des Zukunftsforums, veröffentlichte das Erzbischöfliche Ordinariat den Entwurf eines Strukturplans 2020, verbunden mit der Aufforderung an die betroffenen Gemeinden, zu diesem Entwurf Stellungnahmen abzugeben.

Für die vier Pfarreien St. Ulrich, Zu den heiligen Zwölf Aposteln, St. Philippus und Namen Jesu ergaben sich einige Schwierigkeiten. Nach dem Entwurf sollten die Gemeinden Zwölf Apostel und St. Philippus sowie St. Ulrich und Namen Jesu je einen Pfarrverband bilden. Namen Jesu sollte die Gemeindeteile südlich der Lindauer Autobahn an St. Ignatius bzw. an St. Heinrich abgeben. Dies wäre einer Halbierung des Gemeindegebiets gleichgekommen und hätte längerfristig das Überleben der Pfarrei in Frage gestellt. Nach Turbulenzen konnte die Teilung durch einen Beschluss der Kirchenverwaltung verhindert werden.

Auch die "Paarungen" stießen auf Widerspruch: St. Ulrich wäre lieber mit Zwölf Apostel gegangen, St. Philippus nach Bestätigung der bestehenden Pfarreigrenzen mit Namen Jesu - da bestand Gegenseitigkeit, Zwölf Apostel wollte mit St. Philippus einen Verband bilden. Eine Patt-Situation war entstanden. Es war aber Eile geboten, denn die Stellungnahmen zum Strukturplan sollten über die Dekane noch 2008 im Ordinariat eingehen.

Bei eingehenden Beratungen der Gemeindeleiter und der VertreterInnen der Gremien kam die Idee auf: "Warum nicht gleich ein Viererverband?". Diese Idee erinnerte an das Zerschlagen des Gordischen Knotens und stieß keineswegs auf sofortige Zustimmung, sondern begründete heiße Diskussionen in den Gremien, in den Gemeinden und bei den SeelsorgerInnen.

Das Ordinariat war an der Suche nach einer Lösung beteiligt. Immer wieder wurden gute Argumente Pro und Contra ausgetauscht. Schließlich machte Pfarrer Willi Huber von St. Ulrich den Vorschlag, einen externen Mediator einzuschalten.

Der "Geist von Fürstenried"

Eine Entscheidung musste nun endlich getroffen werden. Am 31. Oktober 2009 versammelten sich die Seelsorger und Seelsorgerinnen, die Mitglieder der Kirchenverwaltungen und der Pfarrgemeinderäte, Regionalpfarrer Dirnberger als Vertreter des Ordinariats sowie der Mediator, Dr. Schmidt im Schloss Fürstenried.

Es gab eine ausgiebige und sehr ernsthafte Diskussion, in der alle Aspekte und jedes Für und Wider der möglichen Lösungen noch einmal abgewogen wurden. Für den Fall einer Zustimmung zum Viererverband gab Regionalpfarrer Dirnberger Zusicherungen des Ordinariats bekannt:

Da es sich um einen sehr großen Verband (ca. 19.000 Katholiken) in der Großstadt München handeln würde, soll er als Pilotprojekt aufgebaut werden. Er soll 3 Priester und 4,5 pastorale Mitarbeiter erhalten, sein Entstehen soll durch die Gemeindeberatung begleitet werden. Die Vertreter der vier Pfarreien berieten sich noch einmal getrennt.

In der anschließenden Abstimmung entschied sich eine große Mehrheit für den Viererverband. Eine freudig gelöste, fast euphorische Stimmung breitete sich aus und gelegentlich wurde in der Folgezeit der "Geist von Fürstenried" zitiert.

Reinhilde Lohmöller